Das Frundsbergfest
beginnt in
220
Tagen
Mindelheim im Mittelalter - Die wundersame Verwandlung einer Stadt

Alle drei Jahre feiern die Mindelheimer ( www.mindelheim.de) das Andenken an ein großes Rittergeschlecht. Dieses, das aus Schwaz in Tirol stammte, übernahm 1467 Stadt und Herrschaft in Mindelheim und bestimmte mehr als hundert Jahre die Geschichte dieses Landstriches im Herzen Schwabens. Alle drei Jahre setzen nun die Einwohner von Mindelheim die ganze Stadt für zehn Tage ins Mittelalter zurück, in eben jene Jahrzehnte des ausklingenden 15. und des beginnenden 16. Jahrhunderts, als unter der frundsbergischen Herrschaft Fürsten und Ritter, Gelehrte und Diplomaten durch das schwäbische Städtchen zur Burg auf dem Georgenberg reisten. Im Herzen der Altstadt, zwischen Toren und Türmen, im Mauerbering, spielt sich das Fest ab ( www.frundsbergfest.de ).
Georg von Frundsberg - der Anlass des Festes
Der Vater der Landsknechte, Georg von Frundsberg (1473 bis 1528) , Sohn eines schwäbischen Feldhauptmanns auf der Mindelburg bei Mindelheim wird, wie der Name schon sagt, am Frundsbergfest wieder in Erinnerung gerufen und gefeiert. Georg von Frundsberg gilt als Schöpfer der deutschen Infanterie. Nicht mehr die aristokratischen Ritter in gleißender Rüstung, sondern die spießbewehrten Landsknechtshaufen bestimmten in der beginnenden Neuzeit das Schlachtgeschehen. 1492 machte der junge Offizier des Schwäbischen Bundes im Krieg gegen Albrecht IV. von Bayern seinen ersten Feldzug mit, bewährte sich auch 1499 im Schweizer Krieg und wurde nach Auszeichnung in der Schlacht bei Regensburg (1504) vom Kaiser noch auf dem Gefechtsfeld zum Ritter geschlagen.

Er hatte ein Landsknechtregiment aus Memmingen in die entscheidende Schlacht bei Regensburg geführt. Während der Italienkriege war Frundsberg an mehreren für die Kaiserlichen siegreichen Schlachten beteiligt, unter anderem an der Schlacht bei Pavia 1525. Er versuchte vergeblich, die Plünderung Roms durch seine Truppen 1527 zu verhindern. Als alle seine Vermittlungsversuche zurückgewiesen wurden, erlitt er einen Schlaganfall und kehrte, seelisch und körperlich gebrochen, nach Deutschland zurück, wo er im darauf folgenden Jahr einer schweren Krankheit erlag.

Ihm zu Ehren steht seine Büste in der Walhalla. Bekanntheit hat auch Frundsbergs oft zitierter Ausspruch "Viel Feind - Viel Ehr" erlangt. Er soll ihn angeblich 1513 in der Schlacht bei Vicenza (1521) getätigt haben.
das Frundsbergfest - ein gemütliches Beisammensein

Historische Festzüge mit über 2000 Mitwirkenden, Freilichtspiele und "Gaukeley und danzerey" am Marktplatz, verschiedene Konzerte in der Jesuitenkirche, mittelalterliches Lagerleben, Armbrustschießen, Zunftstraße und Handwerkerhof, historischer Bauernmarkt und zeitgenössisches Theaterspiel in alten Hinterhöfen sind da geboten. In der Innenstadt findet man verschiedenste Lager, alle zu einem bestimmten Fähnlein gehörend. So gibt es beispielsweise die Armbrustschützengilde "Fähnlein Rechberg", das "Fähnlein Helfenstein", das "Frundsbergfähnlein", das "Fähnlein Lodron" und die Fechtgruppe "Gladius & Proelium". Seit 2003 kann sich auch das "Fähnlein Ems" als feste Institution in Mindelheim einreihen.
die Geschichte der Stadt Mindelheim

Bereits in vorchristlicher Zeit war die Mindelheimer Flur besiedelt, wie zahlreiche Grabfunde belegen. Im 6./7. Jahrhundert ließen sich alemannische Ackerbauern an der Mindel nieder. 858 wurde die erste Kirche gegründet. Mindelheim wurde 1046 erstmals urkundlich erwähnt und um 1250 zur Stadt erhoben. 1467 kauften die Frundsbergs Stadt und Herrschaft Mindelheim und regierten bis 1586 hier. Seit 1616 und wieder seit 1714 mit dem Ende des Reichsfürstentums Marlborough gehörte die Herrschaft unterbrochen durch die Zeit des kaiserlich-königlichen Interregnums 1778 bis 1780 zum Rentamt München des Kurfürstentums Bayern. Mindelheim besaß das Stadtrecht mit weitgehenden Eigenrechten. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Stadtgemeinde.
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08 Nov 2017