Der Landsknecht im DEB-Team
Quelle: Augsburger Allgemeine - Sport vom 09.05.2015
Eishockey-WM: Patrick Reimer spielt in Prag seine dritte WM und lässt sich den Bart nicht aus modischen Gründen stehen

Wer modisch seinen Mann stehen will, muss die Stoppeln im Gesicht wachsen lassen. Der Bart ist angesagt. Mehr als die Hälfte der deutschen Nationalspieler bei der Eishockey-WM in Prag ließ den Rasierer zu Hause. Den längsten Rauschebart trägt inzwischen Patrick Reimer, doch bei dem Stürmer hat es nichts mit dem Zeitgeist zu tun. Nein, Reimer bereitet sich gewissenhaft auf das alle drei Jahre stattfindende Frundsbergfest in seiner Geburtsstadt Mindelheim vor. "Da bin ich als Landsknecht im Fähnlein Ems beim traditionellen Umzug unterwegs", erzählt der Allgäuer, der in der Deutschen Eishockey-Liga für Nürnberg stürmt.
Schon in der Grundschule habe er sich auf das Kinderfest gefreut. Er hält die Tradition aufrecht und ist mit seiner ehemaligen Inline-Hockeymannschaft aus Mindelheim im Mittelalter-Verein aktiv. Reimer lebt mit seiner Frau Anja in Nürnberg, doch Ende Juni und Anfang Juli quartiert er sich für das Fest bei seinen Eltern ein. Bevor er in voller Montur das Lagerleben nachstellt, zieht der 32-Jährige in Prag die Eishockeykluft über und geht auf Torejagd. Recht erfolgreich. Zum 2:1-Auftaktsieg gegen Frankreich steuerte der 66-fache Nationalstürmer ein Tor bei.